FAQ − Fragen und Antworten

Kinderportrait, © A. Gerschlauer
Nehmen Sie zurzeit neue Patienten an?
Verschreiben Sie WIRKLICH keine Hustensäfte?
Muss man immer antibiotisch behandeln?
Bekommen wir rasche/bessere Termine, weil unser Kind privat versichert ist?
Behandeln Sie auch homöopathisch?
Ab welcher Temperatur muss ich Fieber senken?
Machen Sie auch Hausbesuche?
Was halten Sie von Impfungen?
Was halten Sie von Osteopathie?
Brauche ich wegen bzw. nach einer Krankheit ein Attest für die Schule/den Kindergarten?
Nehmen Sie zurzeit neue Patienten an?

Im Prinzip JA, natürlich! Eigentlich nehmen wir immer Patienten an − das Problem ist lediglich, dass wir nicht immer jeden Terminwunsch in der notwendigen Zeit erfüllen können. Größtes Problem hierbei sind die Vorsorgeuntersuchungen (U2 – U11, J1, J2). Vor allem U2, U3 und U4 müssen in recht eng gesteckten Zeitfenstern erfolgen. Da wir oftmals über mehrere Wochen und Monate hinweg für Vorsorgeuntersuchungen ausgebucht sind, kann es sein, dass wir Ihnen keinen passenden Termin anbieten können. Einfach anrufen und nachfragen!

Sollte Ihr erstes Kind bereits in unserer Praxis betreut werden, nehmen wir neue Geschwister natürlich immer an!

Verschreiben Sie WIRKLICH keine Hustensäfte?

Wenn es um die sogenannten „Schleimlöser“ (Ambroxol und ähnliche) geht − ja, dann verschreibe ich tatsächlich keine Hustensäfte. Die Wirksamkeit dieser Präparate ist sehr umstritten, die besten Ergebnisse erzielen diese Hustensäfte in Studien, die von den Herstellern veröffentlicht/finanziert werden… Gute Studien, die wirkliche Effekte auf die Verbesserung der Heilung untersuchen, zeigen meistens ein „Unentschieden“ zwischen Verum und Plazebo. Viele Präparate enthalten darüber hinaus Alkohol u.a. Meine Kinder haben keine Hustensäfte bekommen, daher empfehle ich sie auch nicht für Ihre Kinder. Stattdessen (Vorsicht, Binsenweisheit) ist es bei Husten wirklich sehr wichtig, richtig VIEL Wasser, Tee, o.ä. zu trinken!

Muss man immer antibiotisch behandeln?

Diese Frage wird Ihnen jeder Kinder- und Jugendarzt mit „Nein“ und drei Ausrufezeichen „!!!“ beantworten. Die meisten Infektionskrankheiten, die Ihre Kinder durchmachen, sind durch Viren ausgelöst. Antibiotika sind aber nur gegen Bakterien wirksam – machen also in den allermeisten Fällen keinen Sinn. Die Diskussionen um Nebenwirkungen und zunehmende Resistenzbildung bei Bakterien sind Ihnen wahrscheinlich bekannt, und wir Kinder- und Jugendärzte stehen (zu Recht) in dem Ruf, sehr zurückhaltend beim Einsatz von Antibiotika zu sein.

Eventuell werden Sie also eher enttäuscht von mir sein, wenn ich Ihnen schon wieder sage, dass Ihr Kind „nur“ einen viralen Infekt hat, der sich von alleine wieder geben wird – „Mit Arzt eine Woche, ohne Arzt sieben Tage“.

Wenn allerdings eine wirklich fiese bakterielle Infektion vorliegt, ist ein korrekt ausgewähltes Antibiotikum etwas Tolles und sollte zuverlässig in der von mir ausgerechneten Dosis über den besprochenen Zeitraum gegeben werden.

Bekommen wir rasche/bessere Termine, weil unser Kind privat versichert ist?

Nö, wir sind zu allen gleich nett – egal, ob privat, gesetzlich oder gar nicht versichert. Unserer Meinung nach sollte das Einkommen der Eltern bei der medizinischen Versorgung ihrer Kinder keine Rolle spielen. Wer das anders sieht, ist in einer reinen Privatpraxis wahrscheinlich besser aufgehoben.

Behandeln Sie auch homöopathisch?

Zwar habe ich seit 2005 die Zusatzbezeichnung „Klassische Homöopathie“, ich arbeite allerdings nicht (mehr) homöopathisch. Zu Beginn meiner Praxistätigkeit im Jahr 2006 hatte ich den ambitionierten Plan, sowohl sehr gute Allopathie als auch sehr gute Homöopathie anzubieten – und bin kläglich gescheitert. Um Homöopathie ernsthaft zu betreiben, benötigt man viel mehr Zeit, als es mir im täglichen Praxisleben zur Verfügung steht. Und nur ins Regal greifen, ein Fläschchen mit Kügelchen zücken und sagen „Das hilft prima bei Schnupfen“ hat mit klassischer Homöopathie genau so wenig zu tun wie bei jeder Beule Arnica, bei jedem Fieber Belladonna und bei jedem Schnupfen Sambucus nigra zu geben. Apropos: Komplexmittel wie Meditonsin, Otovowen, Viburcol, etc. enthalten mehrere verschiedene Homöopathika und haben ebenfalls nichts mit klassischer Homöopathie zu tun.

Sollte tatsächlich Bedarf an einer klassisch homöopathischen Behandlung bestehen, kann ich aber sehr gerne einen fachlich hochwertigen Kollegen vermitteln.

Ab welcher Temperatur muss ich Fieber senken?

Im Gegensatz zu dem, was unsere (Schwieger-)Eltern gelernt haben und oftmals noch immer lautstark vertreten, ist Fieber an sich nichts Schlimmes. Fieber ist eine „Betriebstemperatur“, die dem Körper bei der Infektabwehr hilft. Krankheitserreger mögen erhöhte Temperaturen meist nicht, und das Immunsystem arbeitet besser, wenn es wärmer ist. Man muss Fieber also nicht um des Fiebers Willen senken – Im Gegenteil, solange es dem Kind gut geht, darf und sollte man die positiven Aspekte des Fiebers nutzen.

Es gibt tatsächlich keine Zahl auf dem Thermometer, die Sie zum Handeln zwingt. Auch wenn vorne ein 4 steht, heißt das nicht, dass sichere Gefahr droht. (Meine Oma hat gesagt, mit 42°C ist man tot, weil das Hirn schmilzt – stimmt auch nicht.) Wichtig ist es, auf das Kind zu schauen: Wer leidet und zunehmend schlapp wird, bekommt natürlich etwas zum Fiebersenken!

Machen Sie auch Hausbesuche?

Ja, sogar sehr gerne – aber nur für die Vorsorgeuntersuchung U2 (3.-10. Lebenstag). Wenn Sie Ihr Kind im Krankenhaus zur Welt bringen und einige Tage dort bleiben, erfolgt die U2 automatisch durch die dort tätigen Ärzte. Haben Sie sich für eine ambulante oder Hausgeburt entschieden, müssen Sie für die U2  einen Kinderarzt organisieren. Wenn Sie sich zeitnah (!) in unserer Praxis melden und im Bonner Stadtgebiet wohnen, können Sie mit meinen Helferinnen telefonisch einen Termin vereinbaren, an dem ich Sie und Ihr Kind zu Hause besuche. Bitte besprechen Sie mit Ihren Hebammen, dass diese die Blutabnahme für das Stoffwechselscreening (Lebensstunde 36-72) durchführen!

Was halten Sie von Impfungen?

Die Beantwortung dieser Frage sprengt sicherlich den Rahmen dieser Webseite…. Im Programm des Geburtshauses Bonn können Sie sehen, dass ich dort zu diesem Thema regelmäßig Vorträge halte, die locker zwei Stunden dauern können. Individuelle Impfentscheidungen können von vielen Faktoren abhängen, wie z.B. eigenen Erfahrungen, Anzahl der Geschwister, Jahreszeiten, KiTa- oder Reiseplänen, usw.

Prinzipiell finde ich Impfungen gut und empfehle (fast) alle von der STIKO empfohlenen Schutzimpfungen – manche mit mehr, manche mit weniger Begeisterung. Und, nein, ich empfehle Impfungen nicht, weil ich von der Pharmaindustrie bezahlt werde und/oder damit furchtbar viel Geld verdiene. Wenn man einige Jahre als Kinder- und Jugendarzt in Klinik und/oder Praxis gearbeitet hat, sieht man eine Menge teilweise sehr schwer verlaufender Krankheiten, die durch eine Impfung hätten verhindert werden können. Solche Erlebnisse prägen und lassen die meisten Impfungen unweigerlich als empfehlenswert erscheinen.

Was halten Sie von Osteopathie?

Wenn ich ehrlich bin, habe ich zu wenig Ahnung von Osteopathie, um mir eine fundierte Meinung bilden zu können.

Skeptisch bin ich, weil bislang wissenschaftlich akzeptierte Wirkungsnachweise fehlen.

Auch stört mich der Trend zur Pathologisierung: Fast alle Säuglinge scheinen momentan durch die Geburt traumatisiert zu sein (was, bitteschön, ist natürlicher, als auf die Welt zu kommen?), fast alle Säuglinge scheinen eine Blockade zu haben, die dringend behandelt werden muss. Ich wundere mich, was aus all den Kindern aus den 90er Jahren geworden ist, die nicht wieder „eingerenkt“ werden konnten, weil es noch nicht so viele Osteopathen gab…

Falls Sie Bescheinigung von mir wünschen, mit der Ihre Krankenkasse die Kosten für die osteopathische Behandlung übernimmt, sprechen Sie mich bitte vor Vereinbarung des Termins beim Osteopathen an. Trotz meines Spotts und meiner Skepsis gegenüber der Osteopathie bekommen Sie dann in den meisten Fällen das gewünschte Schreiben.

Überlegen Sie aber bitte, ob Ihr Kind tatsächlich krank ist und einer Therapie (welcher auch immer) bedarf. Gesunde Babies brauchen keinen Therapeuten – und meiner Meinung nach sind die meisten Babies zum Glück gesund!

Brauche ich wegen bzw. nach einer Krankheit ein Attest für die Schule/den Kindergarten?

Es gibt eine Tabelle des Gesundheitsamtes Bonn, in der genau steht, bei welcher Krankheit man zur Wiederzulassung ein ärztliches Attest benötigt. Bei den meisten Krankheiten gilt: Wenn Ihr Kind 24 Stunden lang symptomfrei (Fieber, Ausschlag, etc.) ist, kann es wieder in Kindergarten/Schule ohne ein Attest vorzulegen. Ausnahmen gibt es z.B. bei einer Magen-Darm-Grippe durch Noro-Viren, dann wird eine symptomfreie Zeit von 48 Stunden gefordert. Atteste werden selten gefordert, z.B. nach Krätze oder besonderen Darmerkrankungen wie Typhus.

Wegen Schulfehltagen muss man nach den Vorgaben des „Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes NRW“ ebenfalls kein ärztliches Attest vorlegen. Das Schulgesetz von NRW sieht primär Entschuldigungen durch die Eltern vor, nur bei „begründeten Zweifeln“ kann ein ärztliches Attest eingefordert werden. Das gilt auch bei Fehlzeiten von über drei Tagen und auch bei durch Krankheiten verpassten Klassenarbeiten/Klausuren (Ausnahme: Abschlussprüfungen, z.B. Abitur!)

Sicherlich gibt es viele weitere Regelungen, an die sich die Schulen halten sollen/können/möchten…
Gerade bei Schulen anderer Träger kann es zusätzliche und ggf. abweichende Vorgaben geben. Aber z.B. auch das „Kirchliche Schulgesetz des Erzbistums Köln (SchulG-EBK)“ sieht in seinem § 16 „Versäumnis von Unterricht und sonstigen Schulveranstaltungen“ gleiche Regeln vor.

Zum Nachlesen:

Sprechzeiten

Montag: 8.30 – 12.00 14.00 – 17.00
Dienstag: 8.30 – 12.00 14.00 – 17.00
Mittwoch: 8.30 – 12.00
Donnerstag: 8.30 – 12.00 14.00 – 17.00
Freitag: 8.30 – 12.00

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Telefon: (0228) 22 32 35
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Außerhalb unserer Sprechzeiten erhalten Sie Hilfe für Ihr krankes Kind in der

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auf dem Gelände des St.-Marien-Hospitals
Robert-Koch-Str.1
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Mo, Di, Do von 19:00 – 22:00
Mi, Fr 14:00 – 22:00Uhr
Sa, So, Feiertag 8:30 – 22:00 Uhr

Nachts können Sie sich an die Ambulanzen der Kinderkliniken wenden:

  • St.-Marien-Hospital Bonn:
    Telefon 0228/505-2910
  • Universitäts-Kinderklinik Bonn:
    Telefon 0228/2873-3333
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    Telefon 02241/249-0
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